Hearing Schools in Pakistan for the deaf
   
Dezibell

Zeitschrift für Hören und Erleben 7-8/2000
dizibel
Hörgeschädigte Kinder in Pakistan Ein Hilferuf
Red. Ein Schulprojekt in Pakistan - ein deutscher Professor, der einen Monat am dortigen Aufbau mitarbeitete, und der in Zürich lebende gebbürtige Pakistani, der hinter dem Projekt steht. Diese lnfos kamen der Redaktion puzzleartig zu.

Armin Löwe*

Im Frühjahr 2000 weilte ich während vier Wochen in der Stadt Abbottabad im Norden Pakistans. Ein Schweizer Bürger hatte aus Dankbarkeit für die seinem gehörlosen Sohne zuteil gewordene Cochlea-Implantat- Versorgung eine Stiftung errichtet und mittels dieser im Herbst 1999 in Abbottabad eine kleine Schule für hörgeschädigte Kinder gegründet.
Manzoor Ahmed stammt aus Pakistan. Er kam 1980 in die Schweiz, wo er als Bankangestellter arbeitet. Seit 1995 ist er Schweizer Bürger. Er ist mit Razia, ebenfalls aus Pakistan, verheiratet. Als drittes von vier Kindern wurde dem Paar 1991 der gehörlose Ali geboren, der 1997 ein Cochlea-Implantat erhielt. Aus Dankbarkeit hat Manzoor Ahmed die Stiftung Al Hoda gegründet für Hilfe an hörgeschädigte Kinder in Pakistan.
Auf die Bitten dieses Stifters hin und im Auftrag des Deutschen Senior Experten-Service gab ich den bis da- hin unausgebildeten Lehrkräften erste Anleitungen für einen nach den Prinzipien der Hörspracherziehung zu er- teilenden Unterricht.

Die kleine Schule hat trotz der grosszügigen Unterstützung durch eine in ihren Mitteln allerdings sehr begrenzte Stiftung verständlicherweise mit mancherlei Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen. So fehlt es an allen Ecken und Enden an Lehr- und Spiel- material für die bisher rund dreissig hörgeschädigten Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren. Und nur jeder zweite Schüler ist bisher notdürftig mit nur einem Taschenhörgerät zweifelhafter Qualität ausgestattet.
Die Eltern vieler Schüler sind einfach zu arm, um auch nur ein Hörgerät bezahlen zu können. Ein einfaches Taschenhörgerät kostet in Pakistan soviel wie zwei Monatsgehälter eines Lehrers. Daher richte ich an alle Schweizer Schwerhörigen, die mit neuen Hörgeräten ver- sorgt worden sind, aber noch über ein abgelegtes, noch funktionstüchtiges Hörgerät verfügen, die Bitte, es zur Weiterleitung nach Pakistan an die untenstehende Adresse** zu senden. Die Familie Ahmed reist im Sommer erneut nach Abbottabad, um beim weiteren Auf- und Ausbau der Schule tatkräftig mitzuhelfen. Sie würde sich freuen, dann gebrauchte Hörgeräte für hörgeschädigte Kinder aus armen Familien mitnehmen zu können.
PS.- Der Redaktion ist dieses Projekt nicht näher bekannt. Es scheint ihr aber wichtig, dass an vielen Orten der Erde viele voneinander unabhängige Hilfsprojekte entstehen und auf- gebaut werden können. Weiches der nunmehr von uns vorgestellten Hilfs- werke Sie begünstigen, bleibt Ihrem Entscheid überlassen.
*) Der Autor ist Prof. im Ruhestand für Pädoaudiologie und Gehörlosenpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Deutschland
'*) Familie Manzoor Ahmed, Neue Meilener Strasse 2, 8232 Egg Bruhin AG, Postfach, 8807 Freienbach Switzerland

 

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